Teil 2

Ja... Mit dem Schritt in den Bus in Richtung Rēzekne (Lettland) begann vor 6 Monaten ein neuer Lebensabschnitt für mich. Nun beginnt Teil 2 meines Abenteuers Lettlands! Diesen eröffne ich mit einem Video auf lettisch! Viel Spaß beim Lesen :-) 

Weltfrauentag in Lettland - Was ganz großes! (08.03.2016)

Ich erhebe mich aus meinem Bett, ziehe die Vorhänge beiseite und blicke in Richtung der vielen Plattenbauten, welche heute ganz verschwommen, im Grau der Regenwolken erscheinen. Das Wetter ist schlecht doch trotzdem habe ich das Gefühl, dass heute etwas ganz besonderes in der Luft liegt, mal abgesehen von Regen. Ich gehe in die Küche, öffne den Kühlschrank, stelle fest, dass ich mal wieder nichts zum Essen eingekauft habe und mache mich auf den Weg, um das zu ändern. Wie jeden Tag biege ich in die Hauptstraße ein, doch heute erscheint sie trotz des tristen Wetters farbenfroh und fröhlich. An jeder Ecke ein Blumenstand, Frauen mit Blumen in der Hand und einem Lächeln im Gesicht und Männer, welche mit angespanntem Gesichtsausdruck und verpackten Blumen in der Hand über die Straße eilen. Ja, es ist Weltfrauentag und in Ost Europa hat er noch eine viel größere Bedeutung. 

Doch warum ist das so?

 

 

Es hängt sicherlich mit dem starken russischen Einfluss in der Vergangenheit zusammen. In Russland hat der Frauentag nichts mit dem Kampf der Feministen zu tun, sie werden am 8. März von Männern und Kindern schlicht und einfach verwöhnt. Eine respektvolle Geste gegenüber des weiblichen Geschlechts mit weitreichender Wirkung. Er kann als eine Mischung aus Valentins- und Muttertag gesehen werden und für über 80% in Osteuropa und Russland ist er persönlich ein sehr wichtiger Tag. Doch im Gegensatz zu Russland und anderen Post-Sowjetstaaten ist der 8. März in Lettland kein anerkannter Feiertag und alle müssen arbeiten, was den Tag dennoch zu etwas besonderem macht. Die Frauen sind es einfach gewöhnt eine kleine Aufmerksamkeit zu bekommen, ob Blumen oder Schokolade, auch von Arbeitskollegen. Liebhaberinnen werden selbstverständlich zum Essen eingeladen, oder abhängig vom Können am Herd des Mannes, ausreichend bekocht. So sehe ich selbst den Bürgermeister, welcher persönlich in jedes Büro geht, um seinen Arbeitskolleginnen eine kleine Aufmerksamkeit zu überreichen. Sogar in Schulen werden alle Frauen und Mädchen reichlich beschenkt. Eine großartige Geste! 

Doch was schenkt man den Frauen am 8. März?

 

Im Gegensatz zu Russland, wo neben Kleinigkeiten auch Parfüm und Schmuck als Geschenke willkommen sind, stehen in Lettland die Blumen im Vordergrund, was auch die vielen Blumenstände am heutigen Tag erklärt, überall verteilt in der Stadt. Dabei ist es sehr wichtig eine ungerade Zahl an Blumen zu schenken, was hier nicht nur zum Weltfrauentag gilt! Und Achtung! Eine gerade Zahl schenkt man nur zu Beerdigungen. Die wohl beliebteste Blume für den 8. März ist die Tulpe. Sie ist besonders beliebt, da sie neben ihres wunderschönen Aussehens auch den Anfang des Frühlings repräsentiert! Dies ist auch ein weiterer Grund, warum der Weltfrauentag hier im Osten so groß gefeiert wird. Nach einem langen und kalten Winter braucht man einfach ein fröhliches Fest voller bunter Blumen und glücklicher Menschen, welches den Frühling und somit eine warme und schöne Zeit einleitet. Dies fällt mir heute auch besonders auf, wenn ich durch die Straßen laufe. Alle sind glücklich! Frauen stolzieren in schönen Kleidern über die Straße mit Blumen in der Hand und selten allein. Schön zusehen nach einem langen grauen Winter, indem man selten einen Grund zum Lächeln hatte.

 

Ich gehe also zum Blumenstand, hole eine ausreichende und ungerade Anzahl an Tulpen und beginne meiner Mitbewohnerin und meinen Arbeitskolleginnen eine kleine Aufmerksamkeit zu überreichen. Anschließend ist es sogar mein Job durch das ganze „Zeimuls“, mein Arbeitsplatz in Lettland, zu laufen und Blumen an alle Frauen zu verteilen. Es ist einfach schön das Lächeln der Frauen zu sehen und ihnen eine Freude zu machen. Also denkt nächstes Jahr an meine Worte und macht den Frauen eine respektvolle Geste! Meinen Respekt an alle Frauen! 

Femani - Ein besonderer Schulbesuch (09.03)

Mehl, Zucker, lauwarme Milch, Hefe und alles ordentlich durchkneten. Ich stelle den frischen Brezelteig abgedeckt beiseite, lass ihn ziehen und packe meine restlichen Sachen zusammen. Fußballschuhe, Trainingssachen, Pfeife…

Doch was will ich mit diesen ganzen Sachen?

Heute wartet ein besonderer Schulbesuch auf mich, denn ich besuche eine Mittelschule auf dem lettischen Lande, die sich sicherlich von denen hier in der Stadt sehr unterscheiden wird. Der Jugendleiter der Mittelschule im Dorfe „Femani“ hat mich in die Schule des Ortes eingeladen, um mit den Schülern ein Fußballtraining durchzuführen, Brezeln zu backen und um ihnen einfach die Möglichkeit zugeben Fragen über mich, Deutschland und meine Arbeit hier in Lettland zu stellen. Also auf geht es. Ich bringe alle Sachen zum Auto und mach mich 60km auf den Weg in Richtung Nichts. Immer wieder genieße ich die Fahrt auf das lettische Land. Die Natur hat etwas ganz besonderes, da sie so unberührt ist. Dichte wilde Wälder reihen sich an weitläufige Grasflächen. Alte Holzhäuser stehen einsam in der Landschaft und sie erscheinen fast verlassen, bis man am Abend ein Licht durch das starke Glas der Fensterscheiben scheinen sieht. Nach einer gefühlten Ewigkeit biege ich rechts in eine mit Löchern durchzogene Asphaltstraße ein, welcher ich wenige Minuten folge, bis ich letztendlich vor dem zweistöckigen Gebäude der Schule stoppe. 

Die Kinder warten schon und gucken gespannt durch die große Eingangstür der Schule. Der Jugendleiter empfängt mich freundlich und meint die Kinder seien immer so aufgeregt, wenn etwas neues hier im Dorfe passiert und fügt hinzu, dass ich vielleicht der erste „Ausländer“ bin, den sie hier treffen. Ich betrete die Schule, begrüße alle und dann geht es in die kleine Sporthalle, um mit dem Fußballtraining zu beginnen. Nachdem jeder sich vorgestellt hat und seine Liebe zum Fußball zum Ausdruck gebracht hat, beginne ich mit einem kleinen Erwärmungsspiel und ein paar einfachen Passfolgen bevor es dann an das Spielen geht. 3 Mannschaften, 10 Minuten Spielzeit, jeder gegen jeden und anschließend muss auch ich an den Ball. Zusammen mit den Mädchen heißt es nun gegen die Besten der Gruppe und wir haben eine Menge Spaß! 

Nach dem Training muss man sich selbstverständlich stärken, weswegen es in das benachbarte Jugendzentrum des Ortes geht. Hier enthülle ich letztendlich meinen Zuhause angefertigten Teig. Wir rollen ihn auf einem großen bemehlten Holztisch zu einer langen Röhre, jeder schneidet sich ein Stück heraus und dann heißt es Brezeln formen! Wir rollen, kneten, formen und es gibt viel zu Lachen. Nachdem jeder seine Brezel mehr oder weniger gut geformt hat, gebe ich sie in die Salzlauge und anschließend in den Backofen. Die Wartezeit überbrücken wir mit ein paar weiteren Kennlernspielen, Fragen über Deutschland und Teambuilding. Ein besonderer Grund zum Lachen für die Kinder war dabei immer mein deutscher Akzent im russischem. Zum Abschluss spielen wir Fußball auf der X- Box und ich trete meinen Heimweg an. Dieser Besuch war eine riesen Erfahrung wert und es hat mir sehr viel Spaß gemacht mit dem Kindern Zeit zu verbringen, sie kennenzulernen und die Unterschiede zwischen lettischer Stadt und lettischem Land zu entdecken.

 

Danke für diese tolle Möglichkeit! 

Aglona - Das Rom Lettlands  (13.03)

Die Sonne scheint über Latgale, eine der 4 historischen Landschaften Lettlands und dieses Wetter nutze ich, um einen ganz besonderen Ort, nicht weit von meinem neuen Zuhause, zu besuchen. Ich packe meine Sachen, sammle weitere Freiwillige ein und dann geht es 50 km in den Süd-Osten Lettlands. Entlang der holprigen Landstraße zeichnet sich ein idyllisches Bild. Die Sonne bringt die graue weite Landschaft zum Scheinen, die Straße schlängelt sich durch die grünen Nadelwälder und alles erscheint fast frühlingshaft, obwohl die Nacht zuvor noch Minusgrade waren. Nach einer Weile zeichnet sich ein immer größer werdendes weißes christliches Kreuz am Ende des blauen Horizonts ab, welches die Mitte eines großen Kreisverkehres ziert, an welchem wir links in Richtung Aglona einbiegen. Nach wenigen Minuten fahren wir schon am Ortseingangschild Aglonas vorbei und kleine Holzhäuser zieren den Straßenrand links und rechts. Wir erreichen das Zentrum und in Mitten der Seen Cirisa und Egle erscheint das kleine Dorf fast malerisch bei diesem tollen Wetter. 

 

Doch was wollen wir eigentlich hier?

 

Aglona ist das „Rom Lettlands“ und es ist vor allem bekannt als Pilgerziel vieler Katholiken. Alljährlich am 15. August zur Mariä Himmelfahrt, strömen Tausende von Gläubigen aus ganz Osteuropa zur katholischen Basilika des Orts, um an Prozessionen und Messen teilzunehmen. Auch wir stellen das Auto nicht weit von der Basilika ab und betreten den großen Platz durch die schwere metallene Eingangstür. Die weiße barocke Wallfahrtskirche steigt mächtig empor und ist umgeben von einem riesigen Platz, Wiesen, Gärten und Denkmälern. Wir gehen entlang des Platzes, welcher kurz vor dem historischen Besuch vom Römischen Papst Johannes Paul II. in Lettland in den 90er Jahren errichtet wurde, und betreten die majestätische Kirche. Sie ist im Stil des späten Barocks gebsaut und wird von zwei 60m hohen Türmen geschmückt. Hier im Inneren der Kirche befindet sich eine umfangreiche Gemälde-, Skulpturen- und Kunstsammlung, darunter auch das berühmte Heiligenbild „Die Gottesmutter Wundertäterin von Aglona” (17.Jh.), das nur zu den feierlichen Anlässen während der religiösen Feste aus der Versenkung hervorgeholt wird. Es besteht die Meinung, dass es heilende Kraft hat. Das Wunder erzählt, dass ein Bauer sein Kind nach Aglona zum Taufen geführt hat. Als er über den Cirīša- See ruderte, brach ein starker Sturm los und die Wellen haben das Boot fast zum Kentern gebracht, wobei das Kind von Bord gefallen ist. Nachdem er das Unglück wahrgenommen hat, hat der Bauer laut die Gottesmutter von Aglona angerufen, und in demselben Moment befand sich das Kind in der Nähe vom Ufer und die ansässigen Leute haben es lebendig und gesund aus dem See gerettet.

 

Doch was hat Aglona zu einem bedeutenden geistlichen Zentrum der Katholiken in Lettland gemacht? 

Die Geschichte Aglonas geht bis auf 1800-500 Jahre vor Christi zurück und schon damals galt der Ort als Heiligenstätte der baltischen Stämme. Aglonas Entwicklung zum katholischen Zentrum Lettlands begann vor 300 Jahren, um 1700. In dieser Zeit gab die reiche Familie Szostowicky einen Teil ihres Besitzes dem Dominikanerorden, welcher kurz danach ein Kloster und eine Holzkirche erbauen ließ und letztendlich einige Jahre später die Basilika aus Stein, da die Holzkirche komplett nieder brannte. "Dem Gott zur Ehre und den Letten zum Segen.” Das war der Beginn und seither ist Aglona ein besonderes Zentrum des Katholizismus. Es ist ein unglaubliches Gefühl an dieser, für die Katholiken Lettlands und anderen osteuropäischen Ländern, wie Polen, Litauen und Estland, besonderen Stätte zu stehen und in der Abenddämmerung entlang des großen Platzes zu laufen.

 

Zusammenfassend kann man sagen, dass es sich gelohnt hat nach Aglona zu fahren, um diese einzigartige Stätte zu besichtigen und ich kann es nur weiter empfehlen diesen majestätischen Ort zu besuchen. Vielleicht am 15. August zur großen Wallfahrt, wo wir sicherlich auch noch einmal zurückkommen. Wir lassen die beiden im Abendrot schimmernden Türme hinter uns und fahren zufrieden und immer noch beeindruckt entlang der malerischen lettischen Landschaft, die die untergehende Sonne im roten Horizont verschlingt, zurück nach Rezekne.  

"Nachholbedarf" - Ich bin zurück! (19.06)

Die Lautsprecheransage des Piloten ertönt: „Bitte richten Sie ihren Stuhl auf, Klappen Sie ihren Tisch hoch und machen Sie sich bereit für die Landung!“. Ich erwache durch das undeutliche Knirpsen des Lautsprechers und schaue mit verschlafenen Augen aus dem kleinen runden Fenster, welches von außen mit kleinen Eispartikeln besetzt ist. Ich blicke hinab auf Lettland und nur kleine Wolken, welche Schafen ähneln, hindern meine Sicht auf den dichten, unberührten Wald Lettlands. Am Horizont erscheint der Rigaer Fernsehturm, welcher sich mit 368,5m, als der höchste freistehende Fernsehturm in der Europäischen Union empor streckt und in der Ferne immer größer wird. Hinzukommen Plattenbauten, kleine Einfamilienhäuser, die von Autos und Passanten pulsierende Straßen und die ruhige Ostsee. Riga- eine Stadt die ich mittlerweile gut kenne, doch jedes Mal besonders und anders wirkt. Eine Stadt, die ich tief ins Herz geschlossen habe. Das Flugzeug  lehnt sich nach links, nach rechts, wir kommen der Erde immer näher und letztendlich erwachen auch die letzten Passagiere beim Aufprallen der Räder auf dem Asphalt und den starken Ruck nach vorn durch das starke Abbremsen. Hier bin ich wieder. Lettland. Meine zweite Heimat. Ich entnehme mein Handgepäck, gebe ein lächelndes „Dankeschön“ zur Stewardess und gehe vorgebeugt durch die Tür des Flugzeuges in die Freiheit. Ja, lange habe ich mich nicht gemeldet, doch dies hatte seine Gründe. Eine unglaublich aufregende Zeit liegt hinter mir und nun möchte ich euch mitnehmen durch eine kurze Zusammenfassung aller meiner Erlebnisse der letzten Monate. Auf geht’s durch Italien, Österreich, Estland, Lettland, Litauen, die Türkei, Schweden und Deutschland! 

Meine März Reise (16.03-26.03)

Nach vielen neuen Erlebnissen und einer Menge Arbeit ist es nun Zeit für meinen ersten größeren Urlaub. Zwei Wochen durch Europa und die Errungenschaften Schengens ausnutzen. Doch so eine Reise muss gut durchdacht sein. Ein letztes Mal gehe ich in mein Zimmer… habe ich wirklich alles? Voller Vorfreude stemme ich den schweren Rucksack auf meine Schultern, schließe die noch immer klemmende Tür und nehme den Zug in Richtung Riga. Vier Stunden im altsowjetischen Zug, wo man gar nicht anders kann, als andere Leute kennenzulernen. Immer eine super Möglichkeit die Russischkenntnisse zu verbessern. Die lettische Landschaft zieht an einem vorbei und die knall rote Sonne verschwindet im Horizont und blinzelt nur noch leicht durch die dichten Wälder, welche noch immer kahl sind. Leicht erschöpft komme ich in Riga an, wo auch schon mein Flug auf mich wartet. Auf in das Heimatland. Riga-Berlin satte 27Euro mit Ryanair, ein Zustand der mich daran glauben lässt, dass ich auch nach meinem EFD noch das eine oder andere Mal nach Lettland kommen werde. Also… wer es noch nicht geschafft hat mich zu besuchen… ich bin noch 6 Wochen hier!

 

Doch lange hält es mich in Berlin nicht. Nach der Gastfreundlichkeit eines guten Freundes geht es am nächsten Morgen schon weiter nach München, später nach Bozen und letztendlich nach Innsbruck, wo meine russische Gastfamilie auf mich wartet, oder nein, eher wo ich die Zeit in Museen und auf Bergen verbringe, bis meine russische Gastfamilie endlich eintrifft. Von Innsbruck bin ich positiv überrascht. Eine wunderschöne Stadt umzingelt von Bergen, wo ich die Zeit bei Frühlingswetter, im Hofgarten liegend, genieße. Mit meiner russischen Gastfamilie geht es dann tiefer in die Berge, zurück in den Winter, Ski fahren und wir haben eine wunderbare Zeit zusammen. Nach vier Tagen geht es jedoch schon weiter. Nachdem ich meinen Bus in Innsbruck, wo es leider zwei Busbahnhöfe gibt, verpasst habe, muss ich erst einmal mit einer neuen Bekanntschaft, welche auch den Bus verpasst hat, auf die nächste Verbindung warten.

 

Begleitet von der roten Abendsonne, schlängeln wir uns durch die spitzen Berge und Tunnel der Schweiz und erreichen erst nach dem Untergang der Sonne Mailand. Mailand ist mit 1,3 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt Italiens und Hauptstadt der Region Lombardei. Eng gebaut erstreckt sie sich am Fuße der Alpen in Norditalien und das Wetter hier Ende März erweckt Sommergefühle in mir. Ich gehe durch kniehohes Gras entlang einer langen Straße zur U-Bahn Station, wo Jakob ein alter EFD Kollege und neugewonnener Freund schon auf mich wartet. Gemeinsam werden wir nun 4 Tage in Mailand verbringen.

 

Den ersten Tag nutze ich, um die Stadt etwas auf mich wirken zu lassen. Die engen Gassen und historischen Bauten, Plätze und Straßen versetzten mich in eine andere Zeit. Das Mailand zur Zeit des römischen Reiches einen starken Aufschwung hatte, kann man nur schwer übersehen. Überall findet man Sehenswürdigkeiten aus der Römerzeit und sogar Weltkulturerben, welche ich mir am darauffolgenden Tag bei einer Free City Tour genauer erläutern lasse. Doch abgesehen von der Geschichte ist Mailand heute die führende Kultur-, Medien- und Modemetropole Italiens, eine Universitätsstadt und ein internationaler Finanzplatz als Sitz der Italienischen Börse, vor welcher ein  riesiger Stinkefinger steht. Ein reizendes Kunstwerk am perfekten Ort! Der Künstler wollte schlicht und einfach seine Meinung zum Kapitalismus zum Ausdruck bringen. Beeindruckt vom Kunstwerk zieht es Jakob und mich am Abend in ein alternatives Zentrum, wo wir mit einem Amerikaner den Tag ausklingen lassen. So klein ist die Welt! Somit geht auch der erste große Teil meiner Reise zu Ende, doch es geht weiter! Über Bergamo zurück nach Riga und auf nach Estland! 

Mein Abenteuer Estland

Nach einer Nacht in Riga kann das nächste Abenteuer auch schon beginnen. Nach warmen Frühlingswetter in Österreich und Italien komme ich nun wieder auf dem Boden der Tatsachen zurück und hole die Winterjacke und den Rollkragenpullover aus meiner Tasche. Ich setze mich in den geheizten Bus, wo ich die warme Jacke sofort wieder ausziehe und blicke entlang des verschneiten Rigaer Busbahnhofs. Der Bus ist bis auf dem letzten Platz gefüllt, was kein Wunder ist, wenn eine Fahrt nach Tallinn nur 1 Euro kostet. Ich setze mich an das Fenster und schaue verträumt hinaus ins Grüne und Weite. Wir fahren immer entlang der Küste in Richtung Norden und ab und zu blinzelt das dunkle Blau der Ostsee zwischen den Bäumen hervor. Relativ spät erreichen wir Tallinn, wo ich mich mit einer russischen Freundin treffe, die ich zuvor in Daugavpils kennengelernt habe. Gemeinsam gehen wir durch die Altstadt Tallinns und sie gibt mir eine kleine Stadtführung, die aufgrund der Kälte jedoch nicht lang anhält und uns in ein gemütliches alternatives Kaffee flüchten lässt. Dort trinken wir in mittelalterliche Atmosphäre einen typischen estnischen Tee und essen eine Suppe. Wir gehen weiter durch die kleinen Gassen der Altstadt und gelangen auf einen großen Platz. Die Sonne geht langsam unter und verfärbt den Himmel in ein helles rot und vor uns erstreckt sich ein Meer aus leuchtenden Kerzen. Wir gehen weiter in die Richtung des Kerzenmeeres und betrachten das Ereignis aus der Nähe. Seit dem März 2010 findet hier, jeweils zum Jahrestag der Märzdeportation, ein öffentliches Kerzenzünden statt, um den Opfern zu gedenken. In der stalinistischen Phase der Sowjetunion waren Deportationen und der Terror gegen ganze Volksgruppen integraler Bestandteil der Politik. In einem Geheimbeschluss im Januar 1949 bestätigte der Ministerrat der UdSSR die Pläne zur Deportation von „Kulaken, Nationalisten, Banditen“ sowie deren Unterstützer und Familien aus dem Baltikum. Diesen Massendeportationen wird nun jährlich gedenkt. Wir zünden zwei Kerzen an, hören die Zeremonie und müssen letztendlich Marine, eine französische Freiwillige, vom Busbahnhof abholen. 

Mit Marine werde ich nun zusammen die nächsten Tage in Tallinn verbringen. Gemeinsam werden wir 2 Nächte mit einer russischen Gastfamilie in der estländischen Hauptstadt Tallinn verbringen. Zu dritt fahren wir mit der Bahn zur Wohnung, wo schon unsere Gastfamilie gespannt auf uns wartet. Gemeinsam essen wir uns lassen den ereignisreichen Tag ausklingen. Auch die nächsten Tage verlaufen recht ereignisreich. Die Gastfamilie nimmt uns sehr lieb auf und tut alles, damit es uns richtig gut geht. Sie fahren uns sogar überall hin! Wir entdecken die Stadt, besuchen das eine oder andere Museum und nehmen letztendlich Abschied von der estnischen Hauptstadt. Tallinn ist klein aber fein und es hat sich auf jeden Fall gelohnt herzukommen. Bis bald Tallinn! 

Unsere Reise geht weiter in die zweitgrößte Stadt Estlands, Tartu. Tartu ist eine typische Studentenstadt, dominiert von der 1632 von König Gustav II. Adolf gegründeten Universität Dorpat, die 1802 von Deutsch-Balten mit Hilfe Zar Alexanders I. als einzige deutschsprachige Universität des Russischen Zarenreiches neu gegründet wurde. Die estnischen Nationalfarben waren ursprünglich die der Studentenverbindung „Verein Studierender Esten“ an der Universität. Wir steigen aus dem überfüllten Bus und laufen am Fluss entlang in Richtung Zentrum und da steht sie auch schon. Die berühmte Universität von Tartu. Das riesige weiße Gebäude erstreckt sich vor uns in die Höhe und eine estnische Fahne weht auf ihrer Spitze. 12 Stunden haben wir nun hier, bis unser Bus in der Nacht zurück nach Riga geht. Wir erklimmen den Berg zur alten Festung, setzen uns in den Park und lassen einfach diese kleine estnische Stadt auf uns wirken. Zurück am Fluss treffen wir ein paar Erasmus+ Studenten und setzen uns auf die Schaukeln bis wir den Abend und somit die restliche Wartezeit in einer Studentenbar ausklingen lassen. 

„Zeiten ändern sich!“ (16.04)

Kalt, dunkel, ereignisreich, das war der Winter. Nun ist es Ende März und die „Zeiten ändern sich“. Mit einer neuen Mitbewohnerin aus Polen kommt neuer Schwung in das Projekt und die Sonne wird nun wieder intensiver und bringt die Natur langsam zum Blühen. Nach meiner langen Reisen komme ich nun mit voller Energie zurück und erlebe viele neue Dinge hier in Lettland. Die Fußballsaison ist vorbei und nun habe ich also genug Zeit um an den Wochenenden das Land näher kennenzulernen. Dieses Wochenende bereisen wir Vidzeme, den nordöstlichen Teil Lettlands, wo vor allem viele Burgen auf uns warten. Von Cesis, wo wir die erste Burg besuchen, geht es in das Touristenzentrum Sigulda, wo drei weitere auf uns warten. Eine Burg ist beeindruckender als die andere und jedes Mal fühlt es sich an, als gehe man zurück in das Mittelalter. Auf diesen Spuren fällt vor allem der große deutsche Einfluss auf, den es in Lettland damals gab. Ob Russen, Polen, Schweden oder Deutsche, Lettland wurde immer wieder aufgespaltet und von den Besetzern geprägt. Auch hier kann man sagen „Zeiten ändern sich!“. Erst nach dem Zerfall der Sowjetunion, also seit 1991, hat das stille Leiden ein Ende und Lettland ist eine unabhängige Nation. Erst einmal, 1918-1940, gab es diese Situation. Die „singende Revolution“ hat diesen Weg in die freie westliche Welt frei gemacht. In Sigulda erklimmen wir den großen Turm von einer der drei Burgruinen und ich blicke entlang der malerischen, unberührten Landschaft von der ich in Lettland immer wieder begeistert bin. Rechts und links der Gauja, der längste Fluss Lettlands, erstrecken sich kleine Berge und dichte Bäume. 

Zwischen zwei größeren Bergen pendelt eine gelbe Gondel, um die Touristen zum Schloss auf der gegenüberliegenden Seite zu transportieren. Mein Weg führt nun in diese Gondel. Sobald es wärmer ist und ab 18:30 Uhr verwandelt sich diese Gondel in einen perfekten Ort für Bungee Jumping. Aufgeregt stehen meine neue Mitbewohnerin und ich in der Gondel und blicken über 40m in die Tiefe. Die Sicherheitshinweise erklingen zunächst in Lettisch, sodass wir zunächst 12 Springer abwarten müssen, bis wir die Informationen in Englisch bekommen und uns endlich in die Tiefe begeben können. Der Leiter legt mir den Gurt an, schnallt meine Beine fest, stellt mich an die Öffnung und sagt „viel Vergnügen“. Ich nehme Anlauf, springe ab und begebe mich schreiend in die Tiefe. Völlig überwältigt von diesem Gefühl pendel ich aus und werde von der Gondel an das Ufer der Gauja gezogen. Alle Ängste lösen sich in Luft aus und jetzt heißt es nur „nochmal!!!“. Mit einem Lächeln im Gesicht                                                                   geht es zurück durch die Nacht nach                                                                               Rezekne. 

Auch die nächsten Wochen verlaufen ereignisreich. Zunächst besuche ich ein Theaterstück des bekannten russischen Dichters Alexander Sergejewitsch Puschkin, das Märchen vom Zaren Saltan. Diese Vorstellung hat mich beeindruckt. Die Geschichte wurde emotional gelesen und mit Sandmalerei veranschaulicht. Am kommenden Wochenende besucht mich dann ein Freiwilliger aus Rumänien und gemeinsam bereisen wir Latgale, den Teil Lettlands, wo ich wohne. Von Aglona, wovon ich schon berichtete, führt uns unser Weg an einen mysteriösen See. Der „See des Bösen“ ist ein seit 1977 geschützter Naturraum und sein Ökosystem ist für Forscher bis heute undurchschaubar. Niemand weiß, was mit diesem See los ist, doch alle, die jemals versucht haben den See zu durchschwimmen, wurden von einer unterirdischen Strömung in die Tiefe gezogen und sind gestorben. Keine Pflanzen, keine Tiere im Inneren. Mysteriös. Anschließend geht es nach Kraslava, eine kleine interessante Stadt an der weißrussischen Grenze und anschließend nach Daugavpils zum deutschen Karaoke Abend, wo wir den Abend mit vielen deutschen Freiwilligen ausklingen lassen. „Die Zeiten ändern sich!“, sie werden wieder wärmer und aktiver! 

FIFA Turnier in Rezekne - Teil 2 (20.05)

Schon gute drei Monate ist es her, als ich das erste FIFA Turnier im Jugendzentrum in Rezekne organisiert habe. Die erste Veranstaltung war ein riesen Erfolg und es kamen mehr Bewerbungen rein, als Plätze vorhanden waren. Diesen Spielern möchte ich nun mit der Organisation eines weiteren Turniers eine zweite Chance geben. Wieder sichert „Future Football Latvia“ mir die volle Unterstützung zu und wieder ging es relativ fix 3 weitere Sponsoren für attraktive Preise zu finden. Voller Vorfreude baue ich also die Playstation in meiner Wohnung wieder ab, packe alles in den Karton und fahre zum Zeimuls. Für Essen und Trinken hat wieder das europäische Projekt gesorgt und auch der Raum ist schon vorbereitet. Dieses Mal kann ich einen Tischkicker organisieren, um das Ganze für die Zuschauer und die wartenden Spieler etwas interessanter zu machen. Schnell ist auch das zweite Turnier ausgebucht, diese Mal mit etwas jüngerem und internationalerem Publikum, was beim letzten Mal zu kurz kam. Verschiedene Teilnehmer mit einer Gemeinsamkeit: die Begeisterung für Fußball. Gespielt wird mit dem Teams, die im Sommer die Europameisterschaft in Frankreich bestreiten werden. Der überraschende Sieger des erfolgreichen und fairen Turniers: Die Türkei. Ein großer Dank geht an alle Helfer, Sponsoren und vor allem an unsere über 30 Zuschauer! Viele Dank für eure Unterstützung! Die Eindrücke vom FIFA Nachmittag:

Ein „lettgallisches“ Wochenende    (17.06-19.06)

Ein grauer Passat bremst stark ab, fährt links in die Einfahrt ein und hält vor uns. Zu viert drängeln wir uns auf die kleine Rücksitzbank und eingequetscht auf der linken Seite des Autos, blicke ich aus dem Fenster. Russischer Rap erhellt den Innenraum des Autos und große graue Wolken ziehen schnell am Himmel vorbei. Vereinzelte Regenschauer, eine ab und zu durchblinzelnde brennende Sonne und starker Wind. Nach einer Weile auf der Landstraße entlang des lettischen Waldes, erreichen wir die Stadt Ludza, die älteste Lettlands, und halten direkt vor dem Stadion. 

 Ich öffne die Tür und sofort umgibt mich die drückende Wärme. Mein Blick gleitet über die alte Tatarbahn entlang des frisch eingekreideten Platzes, wo ich heute mein erstes Großfeldspiel in der zweiten lettischen Liga absolvieren darf. „SK Latgols“ heißt der Verein das Team Latgales, einer der vier Regionen Lettlands, vergleichbar mit Bayern in Deutschland. Latgale hat eine spezielle Kultur, eine eigene interessante Sprache, eine große russische Minderheit und doch gehört es, nach jahrelanger Trennung, zu Lettland. So wundert es mich nicht, wenn in der Kabine das eine oder andere „letgallische“ Wort fällt. Zum ersten Mal schlüpfe ich in das blau-schwarze „Latgols“ Trikot und warte 45 min gespannt auf der Bank auf meine erste Einwechslung. Nach der Halbzeit ist es endlich so weit. Ab aufs Feld und Spaß haben! Wir dominieren das Spiel und führen schon zur Halbzeit 3:0, dennoch kostet es mich etwas Zeit ins Spiel zu finden. Nachdem ich mich jedoch zurecht gefunden habe, läuft alles wie von selbst und ich kann mit 2 Toren beim SK Latgols einsteigen. Ein guter Einstieg der Hunger auf mehr macht. So kann es weiter gehen. Das Spiel war eine riesen Erfahrung wert, hat sehr viel Spaß gemacht und war der perfekte Einstieg in ein aufregendes Wochenende. 

Samstag ging es mit dem Besuch eines lettischen Festivals in Latgale „letgallisch“ weiter. Zusammen mit einem lettischen Freund und meiner armenischen Mitbewohnerin fahren wir in das kleine Dorf „Luznava“, welches sich nicht weit von Rezekne befindet. Die Letten sind bekanntlich ein Volk der Lieder und Tänze und so wundert es nicht, dass hier heute der „Dabas koncertzāle“ stattfindet, ein lettisches Musikfestival. Gemeinsam in der Natur Musik hören, dass ist das Motto des heutigen Abends, wozu die Fledermaus als Symbol ganz gut passt. Nachdem ich ein Problem mit meinem Auto hatte, was ein Glück durch hilfsbereite Letten behoben werden konnte, nehmen wir an einigen Workshops rund um das Thema Natur, Musik und Fledermäuse, teil und treffen uns mit Vita, eine lettische Bekannte, die uns herzlich aufnimmt und gemeinsam mit uns zum Konzert geht. 

Wir gehen durch dem dunklen Wald entlang eines kleinen Sees, bis wir auf eine große Wiese gelangen. Am nördlichen Ende ist eine große Bühne aufgebaut und davor und ringsherum liegen die Menschen umzingelt von Bäumen im Gras und schauen in den nicht dunkel werdenden Himmel. Lange bleibt es hell zu dieser Jahreszeit in Lettland. Auch wir schlagen unser Lager auf und vertreiben die Zeit mit Chips und Tee. Um 23:30 beginnt dann endlich das Konzert, was mich von vorn bis hinten sehr beeindruckt. Große Scheinwerfer bringen die Bäume zum Leuchten und werden von sanften Elektrotönen begleitet. Entspannt liege ich mit den anderen im Gras und betrachte das Spektakel. Was für ein Erlebnis! Sogar der lettische Präsident ist da!  Hier würde ich jedes Jahr wieder herkommen! 

Am Sonntag bleibt es dann lettisch. Die olympischen Sommerspiele stehen diesem Sommer auf dem Programm und darauf muss nicht nur das lettische Olympiateam, sondern auch alle Letten vorbereitet sein. Lettland bei Olympia! Dabeisein ist alles! Bei sonnigem Wetter hat jeder die Möglichkeit sich an verschiedenen sportlichen Disziplinen rund um das Thema Olympia zu messen und ich durfte als Helfer teilnehmen. Also ab in das weiße Olympia T-Shirt, Zeit stoppen, Ergebnis notieren, abstempeln und so weiter. Ein wunderbares lettisches Fest für die ganze Familie! Es war schön alte Bekannte und Freunde wiederzusehen und es macht mich traurig zu wissen, dass ich bald nicht mehr hier bin!

 

Also den letzten Monat so lettisch wie möglich genießen! 

 

Im Video Glückwünsche an die lettischen Teilnehmer:

Und meine persönlichen Glückwünsche:

 

Street Panna 1x1 Tournament (20.06)

Ich öffne die Tür des Autos und sofort umgibt mich die stehende Hitze. Nur leicht blinzelt die brennende Sonne durch den Dunst und erhellt das aus weißen Stein gemauerte Haus, vor welchem die „Pannabande“ im hohem Gras versinkt. Schweiß rollt die Stirn hinunter und zusammen heben wir die schweren Teile in den roten Transporter. Das Knurren des Motors erklingt, wir fahren die holprigen Straße entlang in Richtung „Zeimuls“ und laden dort alles wieder aus. Noch zwei Stunden bleiben uns bis zum Beginn des „Street Panna 1x1 Tournaments“, welches ich in Zusammenarbeit mit der Agentur „Future Football Latvia“ und meinem Fußballverein „TFK Rezekne“ organisiert habe. Als Veranstaltungsort haben wir den großen überdachten Parkplatz am „Zeimuls“ gewählt, welcher sich als ausgezeichnet herausstellt. Die Bandenteile zusammenstecken, die Musikanlage aufbauen und dann ist auch schon alles fertig. Für eine große Überraschung sorgt mein Trainer, der das ganze Event mit großen Pokalen, T-Shirts, Plakaten und vielem mehr unterstützt. Unglaublich! Noch gestern habe ich gedacht, dass es eher ein kleines Event wird, doch nun nimmt alles eine große Gestalt an! Alles scheint vorbereitet und schon früh kommen die ersten kleinen Fußballspieler. 

 Um das Ganze fairer und übersichtlicher zu gestalten, teilen wir die Teilnehmer in zwei Altersgruppen auf und nachdem alle registriert sind und der Spielplan steht, kann es los gehen! Gespielt wird Eins gegen Eins, im von der Bande begrenzten Feld. Wir spielen im Gruppensystem zwei Minuten auf kleine Tore, die jedoch nicht im Vordergrund stehen. Ziel ist es nämlich dem Gegner einen „Panna“ zu verpassen, ihm also durch die Beine zu spielen, wobei die Tore nur zählen, wenn es nach zwei Minuten keinen „Panna“ gab. Also, lasset die Spiele beginnen! Die „kleine“ Gruppe beginnt und nach 30 Sekunden bekommen die zahlreichen Zuschauer (sehr viele Eltern) den ersten „Panna“ zusehen. Spiel gewonnen, Hände abschlagen und die Nächsten. Man sieht viele interessante Spiele, kleine „große“ Talente und es bereichert das Fußballherz die Begeisterung aller zu spüren. Betont werden muss dabei die große Fairness und das „just for fun“, was klar im Vordergrund steht.

Nach dem Gruppenspielen überbrücken wir die Zeit, die man braucht um alle Ergebnisse zusammenzufassen, mit einem Wettbewerb im „jonglieren“. 240!!!! Hat der Gewinner hingelegt, der nur gestoppt wird, weil die anderen endlich weiter spielen wollen. Nun geht’s für die jeweils zwei Besten der Gruppe ins Halbfinale und für die beiden Gewinner ins Finale. Mit der Siegerehrung und zahlreichem Fotos endet vielleicht meine letzte große und erfolgreiche Veranstaltung im Dienste des „Zeimuls“. Danke für die zahlreiche Unterstützung Aller!

Ohne euch wären so viele tolle Veranstaltungen nicht möglich gewesen! 

 

Mein Abenteuer Russland (08.07-15.07)

Während eines EVS hat man Zeit, die vor allem zum Reisen genutzt werden kann. Wir, die Generation Erasmus+, haben die Möglichkeit über "Couchsurfing" und Billigflügen die Welt auf einer ganz anderen Art und Weise kostengünstig zu entdecken und unseren Horizont zu weiten. Wir lernen andere Menschen und Kulturen auf der ganzen Welt kennen und das macht ein EVS so besonders. Meine Reise geht weiter und dieses Mal nach Russland- St.Petersburg. Das Land, was in den deutschen Medien so verurteilt wird. Ich werde euch in verschiedenen Kapiteln von meinen Eindrücken berichten:  

Kapitel 1: „Im Nachtzug nach ´Piter´“

 

 

Vollgepackt stehe ich am Bahnhof in Rezekne. Das Wetter ist gut. Die Sonne hat es zum Abend geschafft, nochmal aus der Wolkendecke herauszubrechen und ein Lächeln in die Gesichter der Menschen zu zaubern. Ich stelle meinen vollgepackten Rucksack auf den Boden und warte. Einige Menschen eilen an mir vorbei mit vom Stress durchzogenen Gesicht, Andere weinen, weil der Abschied vom Geliebten so schmerzt und wieder Andere fallen sich vor lauter Freude in die Arme. Von den Menschen gleitet mein Blick entlang des alten zerbröckelten Bahnsteiges, über die vom Rost gezeichneten Schienen, bis zum weit entfernten Horizont, wo ich zwischen den Bäumen ein helles rundes Licht sehe. Das Licht wird heller und größer, ein lautes Knirschen der Schienen kommt hinzu und letztendlich steige ich in meinen Nachtzug nach „Piter“ ein. „Piter“ ist neben Leningrad und Petrograd einer der Namen der russischen Kulturhauptstadt St. Petersburg, die nördlichste Millionenstadt der Welt, wo meine vorletzte Reise hinführt. Ticket, Visa, Sitzplatz 41, Zettel ausfüllen. Der gut gefüllte Zug setzt sich in Bewegung und meine Reise in Richtung Nordost bis zum Ostende des Finnischen Meerbusens kann beginnen. 

Wir fahren durch den tiefen lettischen Wald vorbei am weiten Nichts und nach circa einer Stunde Fahrt beginnt der Zug plötzlich langsamer zu werden und zu stoppen. Ich blicke aus dem Fenster und sehe hohe Stacheldrahtzäune und Menschen in Uniform und mit Computern um den Hals, welche den Wagon betreten. Wir haben die lettische Grenze erreicht, wo wir nun eine Stunde damit verbringen alle Ausweise zu kontrollieren und als wäre das nicht genug, folgt nach weiteren 40 min Fahrt noch die russische Grenze, wo wir wieder eine Stunde warten, bis letztendlich alle Ausweise kontrolliert sind. Die blonde russische Kontrolleurin nimmt meinen Ausweis, stempelt mein hart erkämpftes russisches Visa ab und die Fahrt kann weitergehen. Ich klappe mein Bett aus, beziehe es und lege mich schlafen. Lange dauert es, bis ich ein Auge zumache und oft erwache ich vom Knirschen der Schienen oder vom Schnarchen meines Nachbarn. Nicht lange dauert es, bis die Sonne sich wieder am Horizont erhebt und ich vom Lärm im Wagon erwache. Ich blicke aus dem Fenster und neben viel Wald erblicke ich nun die ersten Häuser, welche immer mehr werden. Ein wenig später kommen die ersten Kanäle hinzu, große Straßen und die ersten Sehenswürdigkeiten. Pünktlich erreichen wir den Hauptbahnhof von St. Peterburg und meine Reise im Nachtzug nach „Piter“, endet erfolgreich. 

 

Kapitel 2: „Auf den Dächern von St. Petersburg“

 

Noch etwas verschlafen steige ich aus dem Zug aus, drängle mich an die Taxifahrer, welche engagiert nach Kunden suchen, vorbei und bleibe in der Mitte der Bahnhofshalle stehen.

 Ich bin in St. Petersburg. Ein Lächeln durchzieht mein Gesicht und ich gehe zur U-Bahn Haltestelle „Puschkin“. Alexander Sergejewitsch Puschkin ist kurz gesagt der russische Goethe und steht versteinert am Ende seiner U-Bahn Station umgeben mit Blumen. Die Haltestelle ist, wie typisch für Russland, ein Traum. Eine wahre Palasthalle. Verwirrt bleibe ich im Eingang stehen und versuche das System zu verstehen, woraufhin eine russische Dame aus dem Zug mir sofort ihre Hilfe anbietet, eine Münze für die Fahrt in die Hand drückt und mich bis zur Station begleitete. Wie ich diese russische Gastfreundlichkeit liebe! Schnell finde ich mein doch sehr verstecktes russisches Hostel, betrete mein Zimmer und werde mit einen Blick direkt in das Stadion von Zenit St. Petersburg belohnt. 

Zufrieden falle ich in mein Bett, doch viel Zeit zum Verschnaufen bleibt nicht. Meine russischen Freunde aus Moskau, die ich in einem Projekt kennengelernt habe, warten schon auf mich und wir haben viel vor, da sie nur für das Wochenende da sind. Nach großer Wiedersehensfreude gehen wir in Richtung Zentrum. In der 10. Klasse hatte ich im Russischunterricht eine Präsentation über St. Petersburg und ich bin begeistert, als wir über die zahlreichen Brücken laufen und ich alles hautnah erleben kann. Auf der berühmten Schlossbrücke bleibe ich stehen. Ich blicke entlang der großen Newa, die Hauptader von St. Petersburg, erblicke den Winterpalast, welcher die Hauptresidenz der russischen Zaren in Sankt Petersburg war und sehe die Peter-Paul-Festung, mit ihrer goldenen Kathedrale. Ein Traum! Wir gehen weiter bis zum Schlossplatz, welcher sich vor dem grün-weißen Palast befindet, wo wir eine kurze Pause machen und ein Paar Erinnerungsfotos schießen. Kurz halte ich Inne, blicke vorbei an der großen Alexandersäule zum Palast und stelle mir vor, was auf diesem Platz schon alles passiert ist. Große Momente der russischen Geschichte fanden hier statt: der Petersburger Blutsonntag 1905, die große russische Oktoberrevolution von 1917 und vieles mehr. Zum Abschied machen wir ganz traditionell ein Foto sitzend auf dem Platz und die Tour durch St. Petersburg geht weiter. 

Vom Palast aus gehen mehrere Straßen nach dem absolutistischen Stadtbild in die Stadt und eine davon ist die wohl berühmteste Straße Russlands- der 4,5km lange Nevsky Prospekt. Der Prospekt ist seit Mitte des 18. Jahrhunderts eine Prachtstraße und zahlreiche Shops und Restaurants zieren ihn. Wir gehen entlang der Straße und uns zieht es in ein ganz besonderes Restaurant, wo wir eine Petersburger Spezialität „Puischki“ probieren, eine Art Donut mit Puderzucker, und anschließend gehen wir typisch russisch „Pelmeni“ essen. Nach den Mittagessen wird unsere Gruppe dann noch größer, wir laufen entlang der wunderschönen Kanäle von St. Petersburg und legen uns letztendlich auf eine große Wiese, um bis zum Abend zu entspannen. Für den Abend haben wir uns etwas ganz spezielles ausgedacht. Etwas wovon ich schon immer geträumt habe. Wir gehen auf den Dachboden eines alten Hauses öffnen das Dachfenster und genießen „Piter“ von oben. Auf den Dächern von St. Petersburg. Langsam verschwindet die Sonne hinter den Häusern der Stadt und dennoch ist es die ganze Nacht hell. Die weißen Nächte in St. Petersburg. 

 

Kapitel 3: „Schnell, die Brücken öffnen!“

 

Zufrieden und lächelnd erwache ich in meinem Hochbett. Es ist spät und meine Nachbarn haben bereits das Zimmer verlassen. Ich ziehe mich an, packe meinen Rucksack und bestelle mir ein typisch russisches Frühstück: „Blini“. „Blini“ sind sehr dünne russische Eierkuchen, welche meist mit „Sguschonka“ serviert werden, angedickte Milch noch aus der Sowjetzeit. 

Ich esse meine Blini, trinke meinen Tee und gehe zur U-Bahnstation. Münze einwerfen, sich rechts auf die Rolltreppe stellen und dann geht es tief hinab. St. Petersburg wurde „aus dem Nichts“ von Peter dem Großen auf sumpfigen Boden gebaut, weswegen die U-Bahnstationen hier sehr tief sind. Die tiefste Metro der Welt. Lang fahre ich also in die tiefe bis ich endlich auf der Plattform angelangt bin und auf meine Bahn warte. Ich fahre erneut zum Zentrum der Stadt, wo ich an eine „Free City Tour“ teilnehme und ein paar interessante Fakten mitnehme. Anschließend treffe ich mich wieder mit meinen russischen Freunden und gemeinsam gehen wir auf den größten Flohmarkt in St. Petersburg, den „Udelnaja“, um ein bisschen in der Geschichte zu stöbern. Unglaublich, was wir hier alles finden. Alte Sowjetfahnen, Leninköpfe, Stalinfiguren, alte sowjetische Kinderbücher und Klamotten und vieles mehr. Ein Sprung zurück in die Zeit der Sowjetunion. Auch ich hole mir ein Paar sowjetische Anstecker als Erinnerung und anschließend setzten wir uns an einen der zahlreichen Kanäle der Stadt und genießen die letzte Zeit zusammen, bevor es für die Russen zurück nach Moskau geht. 

Am Abend steht dann das EM Finale an und hierfür hat mich Leon, ein guter Freund, welcher auch Freiwilliger in Lettland ist und gerade in St. Petersburg, zu einer speziellen russischen Veranstaltung eingeladen, die wir gemeinsam mit Lilly, einem Mädchen aus St. Petersburg, besuchen. Früh hat die russische Mannschaft das Turnier verlassen und auch die Deutschen sind im Halbfinale gescheitert, dennoch ist die Stimmung ausgelassen und gut und wir haben eine super Zeit zusammen. Doch dies war nicht das Highlight des Abends. Nach dem Spiel sagt Lilly: „Schnell, wir müssen uns beeilen!“. Leon und ich gucken und verwundert an, warum? Und Lilly sagt: „Die Brücken öffnen sich und dann kommen wir nicht mehr rüber!“. Im Sommer öffnen sich in St. Petersburg die beleuchteten Brücken als Touristenattraktion und somit ist es unmöglich für 2 Stunden an das andere Ufer zu kommen. Schnell eilen wir also den abendlichen Nevsky Prospekt hinunter und überqueren die Schlossbrücke. Hier verweilen wir und genießen das ganze Spektakel hautnah. Viele Touristen hat es hergezogen, um das Öffnen der Brücken zu betrachten. Langsam öffnen sich die tonnenschweren Platten der Brücke. Beeindruckend und anschließend geht es entlang der geöffneten Brücken bis zum Hostel, wo ich erschöpft ins Bett falle und mir immer wieder der Satz „Schnell, die Brücken öffnen!“ im Kopf erklingt. 

 

Kapitel 4: „Ihr seid meine Gäste!“

 

 

Immer wieder werde ich gefragt: „Warum magst du Russland so? Das kann ich gar nicht nachvollziehen!“. Ja, dann war diese Person noch nicht hier, denn Russland ist mehr als Putin, Wodka, Balalaika und das kann man nicht herausfinden, wenn man einzig und allein auf die deutschen Medien vertraut. Was mich an Russland vor allem begeistert, sind die Menschen hier. Die russische Gastfreundlichkeit, diese Offenheit und dieses große Miteinander, was ich auch in "Piter" wieder erleben darf. 

Auch die nächsten Tage verbringe ich noch mit Leon und Lilly und Lilly lädt uns zum „Blini“ essen in ihren Studentencampus ein. Wir betreten die kleine Studentenwohnung und der Duft von gefühlten 100 „Blini“ steigt uns in die Nase. „Hast du die alle allein gemacht?“ fragen wir und Lilly antwortet selbstverständlich: „Ja, na klar! Ihr seid meine Gäste!“. Gemeinsam essen wir die „Blini“, diskutieren darüber, wie man sie am besten essen sollte, gerollt, auf deutscher Art und Weise, oder doch eher gefaltet, die russische Art und Weise und haben eine tolle Zeit zusammen. Anschließend geht es in die Metro und mit dieser zum Nevsky Prospekt, wo wir Lillys Lieblingsbar besuchen. Wir gehen entlang der beleuchteten Straßen und immer mit uns, der rote Himmel von den "weißen Nächten".

Die Straßen erklingen mit Musik von Straßenmusikern, wir bleiben stehen und alle tanzen zusammen. Anschließend laufen wir durch den 27m hohen Triumphbogen und setzten uns auf den Schlossplatz und genießen einfach diesen wunderschönen Anblick. Angeleuchtet steigt die Alexandersäule zwischen Eremitage und dem Generalstabsgebäude empor als Zeichen des Sieges Alexanders I. über Napoleon. Dies ist die letzte Zeit zusammen in unserer kleinen Gruppe, die die Zeit hier ganz besonders gemacht hat, denn morgen verlässt Leon uns schon. Vielen Dank für diese einzigartige und wunderschöne Zeit!

Der Abschied fällt dennoch sehr schnell aus, da die Brücken sich gleich wieder öffnen und wir verabschieden uns. „Ihr braucht euch nicht so oft bedanken, Ihr seid meine Gäste und ich habe das gern gemacht.“, so Lilly. Zusammen überqueren wir die lila leuchtende Brücke und unser gemeinsamer Weg zu dritt endet mit dem Öffnen der Brücke. Lasst uns Brücken zwischen den Nationen bauen und darauf, dass wir uns bald wiedersehen! 

Kapitel 5: „Piter, ich liebe dich!!!“- Meine Reise geht zu Ende

 

Zu Beginn meiner Zeit hier in „Piter“ habe ich vor allem Orte besucht, an denen „normale“ Touristen normalerweise nicht kommen und nun ist es Zeit auch mal ein Paar „Hotspots“ zu besuchen. Mein erstes Ziel ist die größte Kirche in St. Petersburg, die Isaakskathedrale.

Die Kirche ist rund 100m hoch und diese möchte ich jetzt austesten. Ich kaufe mir ein Ticket und beginne meinen Weg in die Höhe. Oben angekommen werde ich mit einen schönen Blick über die Stadt belohnt. Mithilfe eines grünen Tarnanstrichs überlebte die Kirche die deutsche Belagerung im zweiten Weltkrieg und hat lediglich ein paar Kratzer am westlichen Ende davon getragen, was sie so attraktiv für Touristen macht. Im Inneren ist heutzutage ein Kunstmuseum, was auch nicht immer war. Zur Sowjetzeit wurde in der Kirche ein antireligiöses Museum eingerichtet. Ich stehe unter der großen goldenen Kuppel, der Wind pfeift mir um die Ohren und letztendlich ziehen große graue Wolken vom Westen her, die auch starken Regen mit sich bringen. Dieser Regen hält leider auch die nächsten Tage an. Typisches „Piter“ Wetter. Die Menschen, die hier leben, lieben ihre Stadt und hassen lediglich ihr sehr feuchtes, kaltes und abwechslungsreiches Wetter. Als mich die ersten Regentropfen treffen, beginne ich den Abstieg und begebe mich zum nächsten „Hostspot“, die Peter-Paul-Festung. An der Peter-Paul-Festung, eine Festungsanlage aus dem frühen 18. Jahrhundert, die sich auf einer kleinen Halbinsel in der Newa befindet, warten ein kostenloses Opernkonzert und eine Menge Regen auf mich. Beeindruckend auf der Halbinsel ist die Peter-Paul-Kathedrale. Von außen ein typisch katholischer Bau von Innen aber typisch orthodox. 

Mein letzter großer „Hotspot“ ist dann das Schloss Peterhof, eine russische Palastanlage am Finnischen Meerbusen in der gleichnamigen Stadt, 30 Kilometer westlich von Sankt Petersburg. Gebaut wurde das „Versailles von Russland“ von Peter dem Großen und von seinen Nachfolgern wurde der Hof vervollständigt. Nach dem Sieg über die Schweden bei der Schlacht bei Poltawa 1709 beschloss der Zar, sich eine zeitgemäße Residenz errichten zu lassen, die ein Wahrzeichen der neuen Großmacht Russlands werden sollte und das sieht man. Gold, Fontäne, Prachtbauten, wo immer auch das Auge hinfällt. Ich gehe entlang des vergoldeten Springbrunnens, wo Peter der Große dem schwedischen Löwen das Maul öffnet und gehe entlang eines 400m langem Kanals, der bis zum Finnischen Meerbusen führt. Hier bleibe ich auf einem kleinen Steg stehen und blicke auf Kronstadt, ein alter Marinestützpunkt. Bekannt ist die Insel auch für die Meuterei der Matrosen 1917. Ich versetze mich zurück in die verschiedenen Zeiten und laufe durch die mächtige Parkanlage, bis ich am Abend zurück mit Bus und Metro ins Zentrum fahre. 

Hier lasse ich meinen letzten Abend in „Piter“ mit einem weiteren EVS Freiwillige aus Spanien ausklingen. Gemeinsam gehen wir in eine Pizzeria und laufen an den Kanälen der Stadt entlang. Allein gehe ich an diesem Abend in Richtung Hostel und lasse noch ein letztes Mal dieses einzigartige Gefühl dieser besonderen Stadt auf mich wirken. Ich gehe den beleuchteten Nevsky Prospekt entlang, gehe durch den großen Triumphbogen und wieder bleibe ich am Schlossplatz stehen. Diese Stadt hat etwas Besonderes, so westlich und modern, so vielfältig und künstlerisch und vor allem so musikalisch. Wieder bleibe ich bei einem Straßenmusikerkonzert stehen, wieder tanzen und singen alle Menschen zusammen und wieder fühlt sich alles so besonders an. Ich setzte mich an das Ufer der Newa und blicke auf die wunderschön leuchtende Kathedrale der Peter-Paul-Festung.

 

Zum Abschied lässt sich nur eins sagen: „Piter“ ich liebe dich und wir sehen uns wieder! Glücklich und mit vielen neuen Erfahrungen und Eindrücken betrete ich meinen Zug und fahre zurück in Richtung Lettland, wo die letzten zwei Wochen meines EVS auf mich warten!